Erlebnistauchen – Höhlentauchen

Das Höhlentauchen ist eine besonders interessante, spannende Form des Tauchsports. Die abstrakten, teilweise bizarren Felsformationen von unter Wasser liegenden Grotten mit eigenen Augen zu sehen, stellt ein außergewöhnliches Erlebnis dar. Jedoch ist das Höhlentauchen auch mit Risiken und Gefahren verbunden. Höhlentauchen, englisch Cave Diving genannt, beschreibt nicht nur einen abenteuerlichen Unterwassersport, auch wissenschaftlicher Nutzen spielt hier eine große Rolle.

Höhlentauchen in drei Zonen

Cave-Diving

Das Cave Diving wird in drei Bereiche unterteilt. Die erste Gruppe bildet das Grottentauchen (Cavern Diving). Damit ist das Tauchen im Eingangsbereich von mit Wasser gefüllten Grotten gemeint, welche natürlicher oder auch künstlicher Art sein können. Hierbei wird ausschließlich die Zone erforscht, die mit natürlichem Licht durchflutet wird.

Die zweite Gruppe beschreibt das eigentliche Höhlentauchen, also das Cave Diving. Hierbei wird jenseits der Bereiche mit natürlichem Licht getaucht. Als dritte Gruppe kommt das Full Cave Diving hinzu. Taucher dringen dabei oft mehrere Kilometer weit in Höhlensysteme vor.

Die Entwicklung vom Höhlentauchen

Seinen Ursprung hat das Tauchen durch Höhlen und Grotten in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Erkundung von unterirdischen Quellflüssen für wissenschaftliche Zwecke stand damals im Vordergrund. Durch eine stetige Weiterentwicklung der vorhandenen Tauchgeräte wurde ein immer tieferes Eindringen in geflutete Höhlensysteme möglich. Das Cave Diving blieb lange Zeit einer Hand voll Spezialisten vorbehalten. Bei Sporttauchern wurde das Höhlentauchen in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts populär.

Um für wissenschaftliche Zwecke unter Wasser liegende Höhlensysteme zu erforschen, ist eine spezielle Ausbildung nötig. Die Kategorie der Höhlenkunde, welche auch Speläologie genannt wird, hat für die biologische, archäologische sowie geologische Forschung einen hohen Wert. Auch in Bezug auf die Klimatologie und Hydrologie ist das Höhlentauchen wichtig.

Sehenswerte Spots

Reviere für aufregendes Höhlentauchen sind in vielen Ländern zu finden. Deutschland bietet zum Cave Diving überflutete Bergwerke und natürlich entstandene Höhlen in der schwäbischen Alp. An der Mittelmeerküste von Griechenland gibt es ebenfalls tolle Höhlen natürlichen Ursprungs zum Cave Diving. Besonders lohnenswert sind die Höhlentauchspots im Süden Australiens. Die auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan befindlichen Cenoten stellen eine absolut einmalige Tauchdestination dar. Das Besondere an den mit Süßwasser gefüllten Kalksteinlöchern sind die faszinierenden Naturschauspiele durch Licht und Schatten, welche sich an den Wänden bilden.

Neben außergewöhnlichen Gesteinsformationen machen auch Flora und Fauna von Höhlen und Grotten das Cave Diving zu einem immer beliebter werdenden Unterwassersport. Krustierend wachsende Algenarten, eigentümliche Sumpfpflanzen und verschiedene Seerosengewächse bieten Tauchern einen interessanten Einblick in die Natur. Auch unterschiedliche Meeresbewohner wie seltene Fischarten und Schildkröten können auf einer Cave Diving Tour gesichtet werden.

Risiken des Höhlentauchens

Mit dem Cave Diving sind deutliche mehr Gefahren verbunden, als mit dem regulären Sporttauchen. Zu den Schwierigkeiten beim Höhlentauchen zählen durch unterschiedliche Tauchtiefen verursachte variierende Druckverhältnisse, Strömungen und unvorhersehbare Engstellen. Das Risiko eines Orientierungsverlust ist, wie auch beim Wracktauchen,  in weitläufigen Höhlensystemen besonders groß. Durch hervorstehende Felsen in engen Bereichen und schlechte Sicht erhöht sich die Verletzungsgefahr beim Höhlentauchen. Aufkommende Panik durch die beengten Verhältnisse und absolute Dunkelheit können ebenfalls eine Gefahr darstellen. Psychische Stabilität und eine fundierte Ausbildung sind Voraussetzung für Tauchgänge in verwirrenden und engen Höhlensystemen. Für unerfahrene Taucher eignen sich kleinere Grotten welche durch Tageslicht erhellt sind.

Erlebnistauchen – Wracktauchen

Tauchen ist a eigentlich immer ein Erlebnis. Einer der wohl aufregendste Tauchgang ist aber sicherlich in ein Wrack zu tauchen. Warum das so ist, liegt wahrscheinlich daran, dass ein Wrack eine Historie und einen Untergang hatte, der schicksalhaft war. Auch nach dem Oskar Preisträger Titanic träumen wohl mittlerweile viele Leute davon ein Wrack zu betauchen.

Jedoch, sich sofort ins Abenteuer zu stürzen und drauf los zu tauchen, ist in jedem Fall abzuraten.

Gefahren des Wracktauchens

Wracktauchen Quelle: blaueflosse @Flickr

Quelle: blaueflosse @Flickr

So Reizvoll das Wracktauchen auch ist, so gefährlich kann es auch sein. Unerfahrenen Tauchern ist auf jeden Fall zunächst davon abzuraten. Auch wenn das Wrack unter der von PADI vorgeschriebenen Tauchtiefe von 18 m liegt und man lediglich das PADI Open Water Brevet besitzt, sollte davon abgeraten werden.

Auch Taucher die zuvor eher in warmen Gewässern getaucht sind, sollten nicht ohne entsprechende Übung Wracks betauchen, die in kalten und dunklen Gewässern liegen. Hier kann es schnell zu Panik kommen. Auch sollte beachtet werden, ob man vorher Erfahrung in den speziellen Gewässern gemacht hat. Liegt das Wrack im Meer und der Taucher ist es gewöhnt in Seen zu tauchen, so sollte zunächst das Tauchen in strömungsreichen Gewässern geübt werden.
Es bedarf also einer bestimmten Ausrüstung und auch Ausbildung.

Bevor man das Wrack betaucht, sollten zunächst ausführliche Infos zu Tauchgegebenheiten vor Ort, am Tauchrevier und speziell über das Wrack eingeholt werden.

Vorbereitung auf das Wracktauchen

Zu der wichtigsten Tauchausrüstung gehört neben der Wahl des Tauchanzuges auch immer die drei L’s: –

  • Licht – Da die Sicht innerhalb des Wracks sehr dunkel ist und man sich schnell in Tauen oder Netzen verfangen oder an spitzen Gegenständen verletzen könnte, darf ein Unterwasser-Scheinwerfer nicht fehlen.
  • Luft – Das Tauchen in dunklen und tiefen Gewässern ist sehr anstrengend, man verbraucht daher generell schneller Luft und sollte neben der genauen Planung des Tauchganges, also der Zeit, auch eine weitere alternative Luftversorgung einplanen. Sind zwei Drittel der Luft verbraucht, sollte man den Aufstieg einleiten.
  • Leine – Diese sollte die Taucher immer wieder an die Oberfläche zurückführen.

Neben den drei L’s darf auch ein Tauchmesser nicht fehlen, um sich gegebenenfalls aus Netzen und Tauen zu befreien.

Auch Signalmittel wie Trillerpfeife, Leuchtstäbe, Signalpistole gehören auch zur Ausrüstung eines Wracktauchers dazu. Im PADI lernt man recht schnell, dass Schläuche und Instrumente immer dicht am Körper liegen und mit Clips oder Haken befestigt werden sollen um sich nicht zu verfangen oder die Ausrüstung zu beschädigen. Dies gilt vor allem beim Wracktauchen. Auch ein Helm und Handschuhe können Verletzungen und Schürfwunden vermeiden.

Nichts Berühren – Regeln innerhalb des Schiff-Wracks

Je älter ein Wrack ist, desto mehr ist es der Korrosion und dem Verfall ausgesetzt. Daher gilt die oberste Regel, im Wrack nichts anzufassen und auch keine Türen zu öffnen.
Auch sollte man sich immer vorsichtig bewegen und versuchen, kein Schlamm oder Sand aufzuwirbeln, da man hier leicht die Orientierung verlieren kann. Zudem könnten plötzlich größere Fische wie eine Moräne vorbei schwimmen. Erfahre Wrack-Taucher meinen, dass man mindestens ein Mal in eine beklemmende Situation innerhalb des Wracks kommt. Hier gilt unbedingt, wie bei jedem Tauchgang, Ruhe und einen kühlen und freien Kopf zu bewahren um der Situation Herr zu werden.

Es ist immer wichtig in einem erfahren Team von Tauchern in ein Wrack zu tauchen.
Fürs Wracktauchen gibt es spezielle Kurse, gerade in den Gegenden wo ein Schiffswrack zu finden ist, hat man die Qual der Wahl.

Wie auch das Schatzjagen ist das Souvenirtauchen verboten. Zum Einen ist es gefährlich für den Taucher, da etwas einstürzen könnte, zum Anderen zerstört man damit wichtige Erkenntnisse für die Geschichte.

So streng der Beitrag hier auch klingt, lass dich nicht vom Wracktauchen abbringen. Wichtig ist genaue Planung und ein klarer Kopf, dann sollte dem Wracktauchen nichts im Wege stehen!

Apnoetauchen: Guillaume Nery’s “Base Jumping at Deans Blue Hole”

Der Franzose Guillaume Nery beeindruckt mit seinem Video zum „Sprung“ in Dean’s Blue Hole, eine Bucht in den Bahamas, bereits über 13 Mio. Nutzer in YouTube.
Mit viel Luft in der Lunge, ausgestattet mit Blei aber ohne Atemregler lässt er sich in den 202 m tiefen Trichter fallen. Dean’s Blue Hole gilt als zweitgrößte Unterwasserhöhle und neuntgrößte Höhle der Welt.

Doch mit welcher Tauchtechnik macht er das?

Nery gehört zu den weltweit besten Apnoetauchern. Apnoetauchen ist eine Tauchdisziplin in der auf Atemgerät verzichtet wird und der Taucher mit nur einem Atemzug (Apnoe) eine für sich selbst festgelegte Strecke unter Wasser zurücklegt.
Nery kann bis zu 10 Litern Luft in seine Lungen komprimieren (der normale menschliche Körper hat ein Lungenvolumen von 6 Litern) in dem er die Luft in kurzer Atemzügen und kurzen Abständen in seine Lungen lässt. Zudem ist er 2008 Weltmeister im Apnoetauchen.

Diese Tauchdisziplin ist jedoch nicht ungefährlich und birgt einige ernsthafte Gefahren mit sich. So bilden sich in bestimmter Tiefe Stickstoffbläschen im Körper, die zu einer Dekompressionskrankheit führen können und im schlimmsten Fall zu Bewusstlosigkeit. Unfälle und sogar Ertrinken kann dann die Folge daraus sein. Zudem werden die Lungen alle 10m unter Wasser mit 1bar zusätzlichen Druck belastet (Druck an der Oberfläche beträgt 1 bar) und das Volumen der Lunge verändert sich umgekehrt proportional. So wirken etwa bei 50 m ein 6 facher Druck auf deine Lungen und das Lungenvolumen ist um das sechsfache geringer als an der Oberfläche. Zu schnelles Ab- und Auftauchen ohne ständigen Druckausgleich kann zu Lungendehnungsverletzungen und Verletzungen der Ohren und Nebenhöhlen führen und im schlimmsten Fall tödlich sein.

PADI bildet Taucher aus, die sich in 18m Tiefe bewegen können, eine Tiefe die mindestens 5 Mal geringer ist, als diese die Nery bewältigt.
Die normal ausgeübte Form des Apnoetauchens wird auch in Verbindung mit einem Buddy ausgeübt, gesichert und in geringer Tiefe.

In einem Spiegel-Interview erklärt Nery wie er sich auf die Tauchgänge vorbereitet welche Technik er einsetzt und wie sein persönliches Empfinden ist. Zudem wird über die Gefahr und das Risiko dieser Tauchdisziplin berichtet.